The making of

Maggie

 

Das Chassis ist ein Magirus-Deutz FM 170 D11 FA Frontlenker, Baujahr 1983, ehemaliges THW- Gerätefahrzeug mit Doppelkabine, permanentem Allrad, 6-Gang Synchron Wechselgetriebe mit Geländeuntersetzung, Längs- und Quersperre. Eingebaut war schon eine hydraulische 5-Tonnen Frontseilwinde mit zusätzlichem Auszug am Heck, die dort über eine Umlenkrolle 10 Tonnen ziehen kann.

Der V6 Motor mit 8424ccm Hubraum leistet bei 2650 U/min 129KW. Beim THW lief das Fahrzeug als 11-Tonner, wir liessen ihn ablasten auf 7,5to, um es auch mit FS-Klasse 3 fahren zu können. Wir ersteigerten es über die VEBEG im August 2001 in Magdeburg mit einer Gesamtlaufleistung von 13000km.

Das Fahrzeug wurde von uns umgerüstet auf Einzelbereifung der Dimension 14,5R20, dadurch wurde die mögliche Höchstgeschwindigkeit von 90km/h auf 104 km/h gesteigert, sowie eine bessere Geländegängigkeit erreicht (vielen Dank dazu an Fabian Heidtmann 4x4 aus Kissing). Der THW-Gerätekoffer (wog übrigens 2,2to!) wurde entfernt und an die Fa. Rott bei Freiburg verkauft. Die Tachoangleichung, Ablastung beim TÜV sowie Eintragung der Reifen und des neuen Koffers in den Kfz-Brief erledigte die Fa. Dausmann und Höft in Bielefeld (Danke, Herr Kuhn! Möge bald wieder ein Lächeln in ihrem Gesicht zu sehen sein!).

Ein Aluminiumkoffer in der von uns gewählten Grösse LxBxH 410x250x210 liessen wir uns als 5-teiligen Bausatz mit Tür in der rechten Seite anfertigen, setzten einen 2-Punkt gelagerten Hilfsrahmen, der sich bei Verwindung des Chassis im Gelände um bis zu 15cm federgedämpft herausheben kann.  

 

 

Der Kofferboden besteht aus 22mm DELIGNIT-Platten (Unverrottbar, aber nicht Termitenfest!), zur Dämmung des Aufbaus verwendeten wir 20mm JAKODUR-Platten, eine Dampfbremsfolie und 9mm Birken-Multiplexplatten. Der Koffer bekam fünf Fenster, zwei Dachluken sowie einen 120x50cm grossen verschliessbaren Durchgang zum Führerhaus.  

 

 

Für den Innenausbau verwendeten wir 15mm und 21mm Birken-Multiplexplatten, die wir günstig aus einer Firmen-Liquidation erstehen konnten. Teile der Wandfläche sowie die gesamte Decke sind mit hochwertiger TRETFORD-Auslegeware, der Boden mit hochbelastbarem Industrie-Kautschuk beklebt (unser Dank gilt Herrn Wagner von der Fa. Jordan).  

 

Alle Holzteile sind mit dampfundurchlässigem Klarlack behandelt (mehrere Schichten, kein angenehmer Job). Wir entschieden uns für eine Kompressor-Kühlbox der Fa. Weaco, einen 2-flammigen Spirituskocher der Fa. Electrolux und eine Druckwasserfilteranlage. Um für ein bisschen Luxus zu sorgen gönnten wir uns eine separate Duschkabine mit ausziehbarer Chemie-Toilette.

Auf dem dach montierten wir zwei Solarpanels der Fa. Siemens, die bei Sonneneinstrahlung mit 75W an 24V die zusätzlich eingebauten Gel-Batterien laden bzw. das Bordnetz versorgen (Vielen Dank an die Fa. AMR Expeditionsausrüstung aus Lüneburg für die gute Beratung!). Als Bordspannung verfügen wir über sowohl 12V und 24V Gleichstrom als auch 230V über einen Wechselrichter bzw. einen aussenbords angebrachten 3,5KW Diesel-Stromerzeuger.

Die sehr kleine Tankkapazität des ehemaligen THW-Fahrzeuges von 130l erhöhten wir durch einen 300l-Zusatztank und in Staukisten mitgeführten Reservekanistern auf 530l. Da der mittlere Verbrauch auf asphaltierter Strasse sich inzwischen bei 26l/100km eingepegelt hat, verfügen wir somit über eine theoretische Reichweite von mehr als 2000km.

Als zusätzliche Veränderungsmassnahmen am Fahrzeug sind noch ein Träger mit zwei Ersatzreifen am Heck, ein Stahlrohrkuhfänger mit integriertem Motorschutz sowie ein 2x2,5m grosser Dachgepäckträger mit diversen Staukästen und Sandblechen zu nennen.

 

 

 

 

Die kompletten Umbauarbeiten wurden von uns auf dem Privatgrundstück unseres Freundes Werner Helms aus Lage durchgeführt. Dafür noch mal vielen, vielen Dank Werner! (Und Entschuldigung für das grosse Chaos, dass wir dabei veranstaltet haben)

 

 

 

 

 

 

Ach ja, das Fahrzeug wurde von Marcus Freundin „MAGGIE“ getauft (wobei Frauen ja eigentlich unzuverlässig sind, sagt Marcus!).