
4
In der Nacht gibt es erneut einen ergiebigen Monsunschauer,
der unsere wieder mal fast trockene, aufgehängte Wäsche erneut einweicht. Mr. Butt und seine Mechaniker erscheinen am nächsten Abend gegen 22
Uhr, sie scheinen Spaß daran zu haben, im Dunkeln zu arbeiten. Außerdem hat er
nur eine Felge dabei, wieder ein anderes Modell; diesmal von Volvo.
Bei dem Versuch, unseren Ersatzreifen auf die Militärfelge zu ziehen,
hat er bemerkt, dass diese nicht breit genug ist. Ein Zusammenpressen des
Reifens wäre zwar möglich, aber auch
nicht das gelbe vom Ei. Also hat er
(nach, wie er sagt, schlafloser Nacht) diese breitere Volvo-Sprengringfelge
aufgetrieben, um sie uns zu zeigen. Während die Mechaniker versuchen, den
Ersatzreifen auf diese Felge aufzuziehen, setzt ein weiterer Monsunschauer ein,
so heftig, dass nach wenigen Minuten keiner von uns mehr einen trockenen Faden
am Leib hat. Die Wäsche auf der Leine freut sich über die dritte Spülung, die
Sachen , die wir anhaben, können wir gleich dazuhängen. Keine Chance, hier irgendwas trocken zu kriegen, auch im Wagen klappt es nicht,
da die Luft so feucht ist, dass sogar alle Bücher, Schreibblöcke etc.
beginnen, wellig zu werden.
Mr. Butts Leute arbeiten tapfer weiter. Sie freuen
sich sogar über den Regen, von dem es in diesem Jahr scheinbar viel zu wenig
gegeben hat. Okay, Reifen passt auf Felge, Felge passt auf Achse, von uns aus
kann Mr. Butt fünf Stück davon besorgen! Will er auch gerne machen, aber wir
sollen noch 300US$ drauflegen, da diese Felgen teurer sind. Sehen wir ein, sie
sind gebaut für ein 20to. Fahrzeug, nach kurzem Verhandeln einigen wir uns auf
einen Aufschlag von 200US$. Am Donnerstag Abend (also wieder im Dunkeln,
wahrscheinlich wird’s regnen) wollen er und seine Leute die restlichen Felgen
montieren. Morgen, am 14.8., geht es leider nicht, es ist der
pakistanische Independence-Day (Grund zum feiern und, Islam hin oder her,
Alkohol trinken). Auch das sehen wir ein, sitzen also noch ein paar Tage hier
fest.
Am nächsten Mittag besucht uns Klaus. Wir hatten den
Heidelberger, der mit seinem Motorrad nach Indien unterwegs ist, vor zwei Tagen
kennen gelernt. Er wohnt seit zwei Wochen im Haus eines pakistanischen Freundes,
den er 1996 bei seinem ersten Trip durchs Land kennen gelernt hat. Er hat die 14
Tage in Islamabad mit dem Versuch verbracht, ein iranisches Transit-Visum für
die Rückreise in zwei Monaten zu bekommen.
Ist hier alles
etwas schwieriger, als es für uns in Istanbul war. Er benötigte sogar ein
Empfehlungsschreiben der deutschen Konsulat, musste sich dort vom Botschafter
beschimpfen lassen, wie er es denn wagen könne, in einer derart kritischen
Situation Pakistan zu bereisen, obwohl das auswärtige Amt dringend davon abrät!
Der Botschafter scheint zu glauben, dass hier im Land Anarchie und Krieg
herrschen, aber wahrscheinlich setzt er auch nie einen Fuß vor das Konsulatsgebäude.
Zugegeben, vor ein paar Wochen gab es
einen Sprengstoffanschlag auf einen
Kleinbus mit Touristen, keine 30km von hier, aber das spiegelt nicht die
Situation im Land wieder. Wir finden, dass es hier auch nicht gefährlicher ist
als nachts auf dem Frankfurter Hauptbahnhof, wenn man die Augen offen hält,
gelassen bleibt und sich mit politischen Äußerungen etwas zurückhält, kann
man Schwierigkeiten gut aus dem Weg gehen!
Wir erhalten eine E-Mail von Fabian
Heidtmann, dem Händler aus Kissing, der uns die nicht belastbaren Felgen
verkauft hat. Zu seiner Ehrenrettung sei gesagt, dass er sofort nach unserer
Mitteilung, dass wir in Islamabad festsitzen, den Hersteller kontaktiert hat,
der nun überlegt, wie er das Ganze wieder gutmachen kann (obwohl er sich die
Misere nicht erklären kann). Er selbst schlägt vor, von sich aus einen hohen
Betrag auf unser Reisekonto zu überweisen, ganz egal, was der Hersteller
entscheidet. Das nenne ich guten Kundenservice!
Wir sehen lange Autokorsos, die , geschmückt mit unzähligen
pakistanischen Flaggen, durch Islamabad fahren. Alle Bewohner der Stadt sind auf
den Beinen und gut gelaunt, feiern fröhlich ihren Unabhängigkeitstag. Bis in
die späte Nacht reißt der Lärm von explodierenden Feuerwerkskörpern nicht
ab.
Den Donnerstag verbringen wir damit, uns von Ameisen (die auf
dem Camp-Ground zahlreich in der XXL-Ausfuehrung vertreten sind) und Schnakenähnlichen
„Raubinsekten“ auffressen zu lassen. Unser
insektenabschreckendes AUTAN scheint sie in keinster Weise zu beeindrucken, ganz
im Gegenteil, es wirkt eher wie ein Lockstoff! Nach kurzer Zeit sind alle
unbedeckten Körperteile (Füße, Knöchel, Unterarme) ziemlich angeknabbert und
zerstochen.
Mr. Butt und seine Crew erscheinen pünktlich um 18 Uhr und
beginnen mit der Umrüstung. Da die Schläuche auf Winkelventile umgearbeitet
werden müssen, dauert das Ganze bis nach Mitternacht. Trotzdem sind wir alle prächtig
gelaunt, da wir denken, dass nun alles gut wird, verabschieden uns herzlich von
Mr. Butt und seinen Männern und bedanken uns für die Hilfe.
Mit dem Gleichen Hochgefühl
brechen wir am nächsten Morgen vom Camp-Ground auf, froh darüber, endlich
wieder unterwegs zu sein. Zu früh gefreut! Schon wenige Kilometer Fahrt mit
schlackernder Lenkung und einer Maggie, die hin und herhüpft, machen uns klar,
dass mindestens eine der Felgen verzogen sein muss. Ein kurzer Blick aus dem
Beifahrerfenster beweist es, vorne rechts haben wir ein Ei auf der Achse
stecken. Also, wieder zurück zum Camp-Ground, Maggie abstellen, ins nächste
PCO-Office (eine Art große Telefonzelle mit Manager und Sitzgruppe) und Mr.
Butt anrufen. Der ist bestürzt, verspricht, sobald wie möglich
zu kommen, ist dann auch zwei Stunden später bei uns und hat gleich den Händler
mitgebracht, bei dem er die Felgen besorgt hat. Eine kurze Vermessung beweist:
Die Felge vorne rechts hat einen Schlag von über 3 cm! Kann aber gerichtet werden, so bestätigt uns der
Händler aus Rawalpindi, und zwar von seinen Mitarbeitern auf den Maschinen in
seiner Werkstatt. Nur nicht heute! Heute ist Freitag, also der islamische
Sonntag und somit ist keine Werkstatt besetzt. Also nimmt er die eierige Felge
mit, wird sie morgen früh richten und dann gegen Mittag zurück sein, um sie
wieder zu montieren. Inshallah! Noch ein Tag mehr in
Islamabad, dass im Grunde genommen eher langweilig ist, da es nichts Außergewöhnliches
zu bieten hat. Aber wir sind das Warten inzwischen gewohnt.
Der Polizist, der den Camp-Ground bewacht, beobachtet unsere
Gäste die ganze zeit über mit Argusaugen. Nachdem sie gefahren sind, erzählt
er uns warum: Vor knapp zwei Stunden haben drei bewaffnete Männer keine 2 km
von hier den Fahrer eines britische Botschaftsfahrzeuges dazu „überredet“,
ihnen den Wagen zu
überlassen. Wegen der diplomatischen Verwicklungen (der
britische Botschafter mag es gar nicht, wenn man sich seiner Fahrzeuge mit
Waffengewalt bemächtigt) läuft daher gerade ein Polizei-Grosseinsatz, alle
Beamten sind besonders wachsam und trauen keinem mehr über den Weg. Wir verbringen also einen weiteren Nachmittag im Zentrum von
Islamabad, kaufen in einem der zahlreichen Book-Shops fünf deutschsprachige Bücher
aus zweiter Hand (unsere mitgeführte umfangreiche Reisebibliothek haben wir
schon komplett durchgearbeitet und erstehen in einem CD&DVD-Shop zehn
englischsprachige DVD-Spielfilme. Die kann man hier für weniger als 2€
bekommen! Einer davon ist die 2. Episode der Star-Wars Saga, „Attack of the
clones“, den wir gleich, als wir wieder bei Maggie sind, in den Player legen
und anschauen (womit wir euch, glaube ich, um einen Monat voraus sind), natürlich
bei kalter Pizza und Cola!
Am Mittag des 17.8. erscheint, wie verabredet, der Händler
aus Rawalpindi, lädt die gerichtete Felge ab und macht sich gleich wieder aus
dem Staub. So war das zwar eigentlich nicht gedacht, aber was soll´s, den Rest
kriegen wir auch alleine hin. Um 14 Uhr verlassen wir Islamabad dann endgültig,
fahren Richtung Peshawar und biegen bei Taxila nach Norden ab, um 40km weiter in
Haripur auf den Karakorum-Highway zu gelangen.
Wir werden an einer
Polizei-Kontrollstation gestoppt, müssen unsere Pässe und Visa vorlegen. Man möchte
uns, zu unserer eigenen Sicherheit, bis Haripur drei Beamte als Eskorte
mitgeben. Scheinbar ist niemand für diesen Auftrag greifbar, also wird die
Strecke kurzerhand als sicher erklärt und wir dürfen weiterfahren. In Haripur
angekommen biegen wir auf den Karakorum-Highway ein, wobei man das Wort
„Highway“ nicht missverstehen darf. Es ist eine zweispurige Strasse, so
breit, dass zwei entgegenkommende
LKW einander gefahrlos passieren können. Der Highway ist durchgehend
asphaltiert, in relativ gutem Zustand und somit für pakistanische Verhältnisse
eine sehr gute Strasse. In 20-jähriger Bauzeit wurde der
Karakorum-Highway über eine Strecke von mehr als 800km durch die westlichen
Himalaya-Ausläufer, das Karakorum-Gebirge und den Hindukush gebaut und endet am
über 4600m hohen Khunjerab-Pass an der grenze zu China. Eine gewaltige
Bauleistung, denn in diesem Gebiet reihen sich 6000er, 7000er und gar einige
8000er-Gipfel aneinander. 100km fahren wir durch die wunderschöne, üppige
Bergvegetation der hier erst bis zu 3500m hohen Gebirgsausläufer. Eine kleine
Polizeistation an einem
Passanstieg scheint uns ein sicherer Ort zum Übernachten.
Die anwesenden Beamten willigen ein, aber kaum haben wir es uns gemütlich
gemacht, erscheint ein Pickup mit ranghöheren Polizisten. Sie meinen,
Polizeistation hin oder her, hier sei es zu gefährlich, wir sollen ihnen folgen
bis zum District-Hauptquatier in Batgram. Also fahren wir hinter ihnen her,
schon etwas müde und ein wenig hungrig. Da kommt uns 7km weiter ein kleines
Motel direkt am Highway gerade recht. Wir halten an und fragen den Besitzer, ob
wir über Nacht auf seinem Gelände stehen bleiben können. Kein Problem! Oder
vielleicht doch? Der Polizei-Pickup, dem wir folgen sollten, hat unser Anhalten
natürlich bemerkt und ist zurückgekommen. Grosse
Diskussion, viel zu gefährlich
hier, könne man nicht verantworten! Müsse man auch nicht, meine ich, wir fühlen
uns hier sicher, die anwesenden Pakistani machen keinen unfreundlichen Eindruck,
also bleiben wir auf eigenes Risiko hier. Wir stellen Maggie
ab und setzen uns auf die Motel-Terrasse. Es vergehen gerade mal zehn Minuten,
bis der Polizeichef des Distriktes erscheint, brummig, schlecht gelaunt. Auf gar
keinen Fall könnten wir hier bei diesem Hotel stehen bleiben, viel zu gefährlich,
wir sollen weiter bis nach Batgram. Langsam haben wir die Nase voll. Wir sind müde,
es wird dunkel, wir fühlen uns hier sicher, dass es vor zwei Wochen einen
Sprengstoff-Anschlag auf Touristen gegeben hat interessiert uns einen feuchten
Furz, seine Genehmigung brauchen wir eh nicht, wir bleiben hier, basta! Der
Polizeichef rauft sich die Haare. Die inzwischen acht anwesenden Polizisten
debattieren kurze Zeit, einer der Pickups verschwindet für 15 Minuten, taucht
dann wieder auf und setzt drei bewaffnete und mit Funkgerät ausgerüstete
Beamte ab, die uns diese Nacht bewachen sollen. Was für ein Aufwand! Die pakistanische Regierung scheint der Auffassung zu sein, dass ein
paar USA-feindliche Terroristen es sich in den Kopf gesetzt haben, die sowieso
schon geringe Anzahl an Touristen noch weiter zu dezimieren. Dann soll in Gottes
Namen diese Nacht das Auge des Gesetzes über uns wachen.
Gut ausgeschlafen fahren
wir um 10 Uhr weiter nach Norden. Die drei Polizisten, die uns die Nacht über
bewacht haben, folgen uns mit ihrem Fahrzeug bis zur Grenze ihres Districts und
überlassen uns dann (endlich) unserem Schicksal.
Bei Thakot überqueren wir den
Indus, der mit seinen grauen, schnell strömenden Wassermassen auch schon hier,
im Oberlauf, einen gewaltigen Ein druck hinterlässt. Der Karakorum-Highway
folgt ab hier für mehrere hundert Kilometer dem Lauf des Flusses Richtung
Quellgebiet, meist hoch über ihm in die steilen Berghänge gegraben. Häufig
sind Teile der Strasse durch Erdrutsche und Steinschläge soweit verschüttet,
dass man nur noch im Schritt-Tempo weiterkommt. Aber auch auf
den freien Abschnitten steigt die Durchschnittsgeschwindigkeit nie über 30km/h,
dafür ist die Strecke einfach zu kurvig. Außerdem lohnt es sich hier gar nicht
zu rasen, man würde sich nicht auf die ständig wechselnden, phantastischen
Panoramen der pakistanischen Gebirge konzentrieren können.
Über Chaka und Pattan geht es weiter nach Dasu. Die Gipfel
rechts und links von uns erreichen inzwischen
Höhen von 5500m, aber noch ist kein Schnee auf den Spitzen zu erkennen. Wir
befinden uns auf einer Höhe von knapp 2000m, aber das Thermometer zeigt
trotzdem noch 37°C im Schatten, zum Glück mit geringer Luftfeuchtigkeit und so
kann Maggie nach ihrem fast zweiwöchigen Saunagang im pakistanischen Tiefland
endlich mal wieder so richtig durchtrocknen. Bei Dasu ist in unserer Karte ein
PTDC-Motel vermerkt. Wir finden es auch, gelegen an einem schönen
Aussichtspunkt, nur leider geschlossen! Von den vielen, speziell für Touristen
erbauten Motels, haben inzwischen fast 50% ihre Tore geschlossen, da sie,
aufgrund des Rückgangs der Zahl ausländischer Besucher, nicht mehr rentabel
sind. Wir haben am letzten Foreigners-Control-Point (kleines Lehmhäuschen mit
Schranke in dem sich ausländische Touristen mit Name, Reisepassnummer usw. in
eine große, abgewetzte Kladde eintragen müssen; Zu finden alle ca. 100km)
gesehen, dass sich in den vergangenen zwei Wochen nur noch ein anderer Tourist
in diese wunderschöne Gegend verirrt hat.
Auf den nächsten 50km bis hinter Sazin finden wir kein
weiteres Motel, der nächste größere Ort, Chilas, ist noch zwei Fahrstunden
entfernt. Da es dunkel zu werden beginnt, quartieren wir uns also wieder bei
einer einsam gelegenen Polizeistation ein. Die drei jungen
Beamten freuen sich über unseren Besuch und haben nichts dagegen einzuwenden,
dass wir die Nacht hier verbringen.
Sollte diesmal wieder ein panischer Vorgesetzter auftauchen, der meint, es sei
zu gefährlich und wir müssten bis in den nächsten Ort fahren, kann er sich
seine guten Ratschläge von uns aus in den
... !
Am Mittag des 19.8. überqueren wir die Grenze zur
Kashmir-Region und befinden uns somit im „Disputed Area“, jenem großen
Gebiet, welches sowohl von Pakistan als auch von Indien beansprucht wird.
Ungefähr in der Mitte verläuft im Moment eine Demarkationslinie und
beide Seiten wollen die Kashmir-Region zur Gänze ihrem Staatsgebiet
einverleiben. Hunderttausende von Soldaten stehen sich gegenüber, man drohte
zwischenzeitlich sogar mit dem Einsatz von Nuklearwaffen. Die beste Lösung wäre
wahrscheinlich, Kashmir zu separieren und von einem selbstgewählten Parlament
regieren zu lassen. Das sehen viele Pakistani genauso, haben allerdings die
(nicht unbegründete) Befürchtung, dass die USA versuchen wird, diese Regierung
zu unterwandern, um sich den neugegründeten Staat als strategisch wichtigen Stützpunkt
mit direkter grenze zu Afghanistan und (noch wichtiger) China nutzbar zu machen.
Ja, ja, ich weiß, es ist hier im Moment viel zu gefährlich und wir sind selber
schuld, wenn uns was passiert! Aber wo bleibt dann das Abenteuer, wenn man sich
von solchen Situationen abschrecken lässt? Wir müssen halt ein bisschen
vorsichtig sein.
Vorbei an Chilas, nähern wir uns
unserem Ziel auf diesem Ausflug nach Norden, dem Nanga Parbat. Wusstet ihr, dass
sich von den 14 Berggipfeln auf der Erde, die höher als 8000m sind, fünf auf
pakistanischem Staatsgebiet befinden? Darunter auc
h der zweithöchste der Welt,
der K2 (8611m), leider schwer zugänglich im Karakorum-Gebirge direkt an der
grenze zu China gelegen. Der Nanga Parbat mit seiner Höhe von 8126m (1977 von
Reinhold Messner im Alleingang bestiegen), ist die westliche Bastion des
Himalaya und liegt, als wir das Dorf Jalipur erreichen, nur noch etwa 20km südlich
von uns. Nur, wir können ihn nicht sehen! Die direkt neben
uns aufsteigenden 6000er Gipfel versperren uns die Sicht. Aber wir haben Glück,
das Indus-Tal macht hier einen Knick in genau nördliche Richtung, wir überqueren
den Fluss,
folgen dem Tal etwa 12km und können von hier aus, aufgrund des
geringeren Azimut-Winkels den Gipfel des Nanga Parbat, wenn auch ein wenig
wolkenverhangen, erkennen. Ein
unglaublicher Moment für uns,
ein atemberaubender Anblick! Was wir in diesen Minuten zu sehen bekommen, lässt
sich auf Fotos nicht wiedergeben, es ist einfach überwältigend. Schon fünf
Minuten später ist die schneebedeckte Spitze wieder wolkenverhüllt, aber wir
haben für kurze Zeit etwas erlebt, das nicht vielen Menschen vergönnt ist, den
Live-haftigen Anblick eines 8000er-Riesen in seiner ganzen, monumentalen Pracht!