
Der Weg durch die Dolomiten führt
uns nach Cortina d´Ampezzo. Vom winterlichen Flair dieses Urlaubsortes ist zu
dieser Jahreszeit nichts zu spüren. Rechts der Strasse die alte olympische
Skisprungschanze, heute verfallen, im Auslaufbereich jetzt ein Fußballplatz. 
Wir
verlassen die Alpen über Castelfranco und durchqueren das verregnete Venetien,
lassen Venedig links liegen (auch der Markusplatz ist bei Regen nicht besonders
spannend) und erreichen am frühen Abend die Adria, die sich jetzt, Anfang Mai,
noch auf die alljährliche Touristenschwemme vorbereitet. Schwierig, ein geöffnetes
Lebensmittelgeschäft zu finden, um
sich mit Tomaten und Ciabatta einzudecken.
Hauptstrassen entlang flanieren, sehen trotz ihrer handbreiten Miniröcke wohl
noch einigen brotlosen Wochen entgegen. Das wird sich sicher ändern, wenn die
teutonischen Touristen wie jedes Jahr in Divisionsstärke einfallen werden.
Weiter
geht’s Richtung Süden. Rechts der Strasse erheben sich die Ausläufer der
Abruzzen. Wir umfahren Pescara und campieren in einem Olivenhain mit Blick auf
das Meer. Olivenbäume sind das Markenzeichen dieses Teiles von Italien, auch
auf unserer weiteren Fahrt über die Autostrada nach Bari (der Stop and Go
Verkehr in den kleineren Ortschaften entlang der Küstenstrasse ist Nerven
raubend und nicht unbedingt material schonend) blicken wir in den lang gezogenen
Hügelketten über unzählige Olivenplantagen.
Im
Hafen von Bari angelangt, fragen wir uns, wie viel Mühe und Überredungsgeschenke
es Kosten wird, einen der Fähranbieter davon zu überzeugen, dass es sich bei
unserer 10 Tonnen schweren Maggie um ein typisches Wohnmobil handelt.
Kein Problem bei Ventouris Ferries! Die nette junge Dame am Buchungsschalter ist
zwar erstaunt über unsere Grössenangaben (3,40m hoch?! Fast 8m lang?!), jedoch
sind wir mit ihrer Preisvorstellung von 139Euro sofort einverstanden (echt ein
Schnäppchen, auch wenn Ventouris nicht die
komfortabelste
Linie ist, aber wen juckts, wird ja keine Kreuzreise!) und boarden kurz danach
als Wohnmobil auf dem Open Deck der Polaris, dürfen während der 13 Stunden
lang dauernden Nachtfahrt sogar unser Campingmobiliar an Deck aufstellen und im
eigenen Bett übernachten.
