Der Weg durch die Dolomiten führt uns nach Cortina d´Ampezzo. Vom winterlichen Flair dieses Urlaubsortes ist zu dieser Jahreszeit nichts zu spüren. Rechts der Strasse die alte olympische Skisprungschanze, heute verfallen, im Auslaufbereich jetzt ein Fußballplatz.

Wir verlassen die Alpen über Castelfranco und durchqueren das verregnete Venetien, lassen Venedig links liegen (auch der Markusplatz ist bei Regen nicht besonders spannend) und erreichen am frühen Abend die Adria, die sich jetzt, Anfang Mai, noch auf die alljährliche Touristenschwemme vorbereitet. Schwierig, ein geöffnetes Lebensmittelgeschäft zu finden, um sich mit Tomaten und Ciabatta einzudecken. Über die Küstenstrasse E55 geht es Richtung Bari. Über Ravenna und Cervia gelangen wir nach Rimini. Klangvoller Name, ernüchternder Anblick! Die endlose Phalanx der sich abwechselnden Hotels, Appartementkasernen und Campingplätze mit 5 qm Parzellen wird in regelmäßigen abständen von Sexshops unterbrochen. Die wenigen Damen des befriedigenden Gewerbes, die jetzt schon die Hauptstrassen entlang flanieren, sehen trotz ihrer handbreiten Miniröcke wohl noch einigen brotlosen Wochen entgegen. Das wird sich sicher ändern, wenn die teutonischen Touristen wie jedes Jahr in Divisionsstärke einfallen werden.

Weiter geht’s Richtung Süden. Rechts der Strasse erheben sich die Ausläufer der Abruzzen. Wir umfahren Pescara und campieren in einem Olivenhain mit Blick auf das Meer. Olivenbäume sind das Markenzeichen dieses Teiles von Italien, auch auf unserer weiteren Fahrt über die Autostrada nach Bari (der Stop and Go Verkehr in den kleineren Ortschaften entlang der Küstenstrasse ist Nerven raubend und nicht unbedingt material schonend) blicken wir in den lang gezogenen Hügelketten über unzählige Olivenplantagen.

Im Hafen von Bari angelangt, fragen wir uns, wie viel Mühe und Überredungsgeschenke es Kosten wird, einen der Fähranbieter davon zu überzeugen, dass es sich bei unserer 10 Tonnen schweren Maggie um ein typisches Wohnmobil handelt. Kein Problem bei Ventouris Ferries! Die nette junge Dame am Buchungsschalter ist zwar erstaunt über unsere Grössenangaben (3,40m hoch?! Fast 8m lang?!), jedoch sind wir mit ihrer Preisvorstellung von 139Euro sofort einverstanden (echt ein Schnäppchen, auch wenn Ventouris nicht die komfortabelste Linie ist, aber wen juckts, wird ja keine Kreuzreise!) und boarden kurz danach als Wohnmobil auf dem Open Deck der Polaris, dürfen während der 13 Stunden lang dauernden Nachtfahrt sogar unser Campingmobiliar an Deck aufstellen und im eigenen Bett übernachten.

 

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